02. 11. 12
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DOXS eG bietet Kurse zur Tabakentwöhnung – kostenloser Infoabend am 5.11.

Kassel, 31.10.2012. Rund 140.000 Menschen bundesweit sterben jährlich an den Auswirkungen des Tabakkonsums – das sind mehr Todesfälle als durch Aids, Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Morde und Selbstmorde zusammen. Die Gefahren sind bekannt – doch Aufhören fällt schwer, so wird die Zahl der Raucher in Deutschland auf 22 Millionen geschätzt. Aufhörwillige Raucher können ihre Erfolgschancen deutlich erhöhen, wenn sie sich auf diesem Weg begleiten lassen. Mit Blick darauf bietet die Ärztegenossenschaft DOXS eG in Zusammenarbeit mit dem Suchtberater Ole Ohlsen Tabakentwöhnungskurse an. Das Kursprogramm „Zigarette ade“ beruht auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird von den Krankenkassen gefördert.

„Gesetze der Nikotinsucht werden unterschätzt“
„Rauchen ist die heimtückischste, schwerste und tödlichste Suchterkrankung, die es in unserer Gesellschaft gibt“ sagt Ole Ohlsen. Der Diplom-Pädagoge und Gesprächstherapeut leitet Gruppenkurse, Einzelseminare und Firmenschulungen zur Tabakentwöhnung. Seit mehr als 20 Jahren ist der 45-Jährige in der Suchberatung tätig und er weiß: „Die meisten Raucher unterschätzen die Gesetze der Nikotinsucht. Sie bereiten sich nicht vor, wissen nicht, wie ihr Körper und ihre Psyche auf die Veränderung reagieren werden und sie tappen in typische Fallen wie die Essfalle“. Auch glaubten die meisten, es alleine schaffen zu müssen und nähmen keine Unterstützung von anderen an.

Schrittweise zum Schlusspunkt
Ein Vorteil des Programms „Zigaretten adé“ ist, dass die Klienten das Ziel, mit dem Rauchen aufzuhören, gemeinsam mit anderen verfolgen: „Es macht mehr Spaß, wenn man sich gegenseitig unterstützt und motiviert“, so Ohlsen. Weil es für viele Raucher leichter sei, schrittweise aufzuhören, kombiniert er in seinen Kursen die Schlusspunktmethode mit einer kurzen Reduktionsphase. „Die Teilnehmer lernen, ihr Rauchverhalten besser zu verstehen und die Gründe des Rauchens zu hinterfragen“, erklärt der Suchttherapeut. „Sie lernen, die Situationen zu kontrollieren, in denen sie früher geraucht haben, verändern schrittweise ihr Verhalten und können schließlich auch schwierige Situationen ohne Rauchen meistern“. So seien sie auch nach Kursende in der Lage, das Nichtrauchen langfristig beizubehalten.

Kostenloser Infoabend am 5. November
Mit dem Rauchen aufhören, das fällt leichter, wenn man sich auf diesem Weg begleiten lässt. Mit Blick darauf startet die Ärztegenossenschaft DOXS eG im November Tabakentwöhnungskurse in Zusammenarbeit mit dem Suchtberater Ole Ohlsen. Das Kursprogramm „Zigarette ade“ beruht auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und wird von den Krankenkassen gefördert. Interessenten sind zu einem kostenlosen Infoabend am Montag, 5.11. von 19.00 bis 21.00 Uhr in den Räumen der DOXS eG, Schenkendorfstraße 6-8, 34119 Kassel eingeladen Im Anschluss an den Infoabend findet der Kurs an fünf weiteren Montagen statt: 12.11., 19.11., 26.11., 10.12., 17.12., jeweils 19.00 bis 21.00 Uhr. Enthalten ist überdies eine telefonische Nachbetreuung. Weitere Informationen: Tel.: 0561 – 766 207-12 oder www.doxs.de und www.zigaretten-ade.de

11. 10. 12
posted by: Simone Naumann
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Hessenmed: „Überbordende Bürokratie muss abgebaut werden“

  • Honorarerhöhung  darf nicht wieder „versickern“, sondern muss den Niedergelassenen zugutekommen
  • strukturelle Veränderungen gegen drohenden Ärztemangel sind nötig
  • Bürokratiestreik

FULDA, 10.10.2012. Für eine Fortsetzung der Protestaktionen hat sich der Vorstand des Verbunds hessischer Ärztenetze, Hessenmed e. V., ausgesprochen.  „Wir werden das Ergebnis der verkündeten Einigung zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Krankenkassen gründlich prüfen“, so Dr. Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender von Hessenmed. „Angesicht der Inflationsrate berücksichtigt die angekündigte Honorarerhöhung von drei bis vier Prozent immer noch nicht, dass die Praxiskosten seit der letzten Vereinbarung im Jahr 2008 drastisch gestiegen sind“, so der Internist aus Fulda.  Auch sei bislang sei das Problem, dass Ärzte und Psychotherapeuten unbezahlte Leistungen erbrächten, noch nicht gelöst. Um die wohnortnahe ambulante medizinische und psychotherapeutische Versorgung der Patienten auf dem gewohnten hohen Niveau zu sichern, bedürfe es struktureller Veränderungen, die endlich angegangen werden müssten.

„Kassenbürokratie verschlingt Zeit für Patienten“
„Wir fordern, dass die angekündigte Honorarerhöhung auch wirklich bei den niedergelassenen Ärzten ankommt und nicht wieder in irgendwelchen Sachkosten versickert wie beim letzten Mal“, so Dr. Stefan Pollmächer, Vorstand von Hessenmed und der nordhessischen Ärztegenossenschaft DOXS eG.  „Im  Übrigen geht es  ja nicht nur ums Geld, sondern auch um den Abbau einer überbordenden Bürokratie, die die Krankenkassen uns aufzwingen“, so der Arzt und Psychotherapeut aus Kassel. „Wir wollen kein Antragsformular ausfüllen, um ein Antragsformular zu erhalten, wie es zum Beispiel derzeit bei Reha-Verordnungen der Fall ist. Und wir wollen nicht, dass ein Krankenkassenmitarbeiter entscheidet, ob ein Patient Krankengymnastik benötigt oder nicht.“
Die Zeit, die für Formalitäten mit den Krankenkassen benötigt werde, fehle zunehmend bei der Versorgung der Patienten. Ein weiteres Beispiel für von die Kassen verursachte Bürokratie sei die so genannte Praxisgebühr, eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro, die Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland seit 2004 bei Arzt-  oder Psychotherapeutenbesuchen einmal im Quartal entrichten müssen. „Die Gebühr kommt den Krankenkassen zugute, deshalb ist die Bezeichnung Praxisgebühr irreführend“, so Dr. Pollmächer, „die Praxen müssen diese Gebühr für die Kassen einziehen, verwalten und die gesamte Buchhaltung übernehmen, die im Zusammenhang mit dieser Gebühr entsteht –  und das zum Nulltarif“.

„Es geht um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung“
„Wir wollen den Honorarstreit nicht auf dem Rücken der Patienten austragen“, betont Dr. Simon. Doch bei den Protesten gehe es letztlich um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung der Patienten durch niedergelassene Ärzte – und damit um eine tragende Säule des Gesundheitssystems. Vielerorts sei jetzt schon Ärztemangel spürbar, weil Ärzte sich nicht mehr niederlassen wollen: „Als Gründe werden immer wieder die steigende Arbeitsbelastung aber auch  Angst vor Regressforderungen genannt, die die Kassen erheben, wenn ein Arzt sein Budget an Arznei-, Heil- oder Hilfsmitteln überschritten hat“, so Dr. Pollmächer. „Aufgrund dieser Bedingungen finden wir niedergelassenen Ärzte nicht einmal mehr Ärzte, die bereit sind, in unseren Praxen angestellt zu arbeiten“, so Dr. Pollmächer.


Über Hessenmed e.V.:
Im Februar 2009 gegründet, vertritt Hessenmed e. V. gemeinsame Interessen lokaler  und regionaler  Ärztenetze in Hessen. Ziel des Verbandes, dem landesweit 22 Netze mit rund 2.000 Mitgliedern angehören, ist es unter anderem, die regionale Patientenversorgung zu verbessern. So engagiert sich Hessenmed  für den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung. Weitere Informationen: www.hessenmed.de

Hinweis für die Medien:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Dr. Stefan Pollmächer, Tel.: 0160 – 4 73 69 68 oder
Dr. Jörg Simon, Tel.: 0171 – 8 53 14 58

09. 10. 12
posted by: Simone Naumann
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Hessenmed: „Haltung der Kassen zeugt von Geringschätzung“

  • 0,9 % Honorarerhöhung bedeuten angesichts der Inflationsrate Minusrunde
  • steigende Arbeitsbelastung durch Bürokratie der Krankenkassen
  • bundesweit Protestaktionen am Mittwoch, 10.Oktober

FULDA, 8.10.2012. Viele Ärzteverbände rüsten sich für ein mögliches Scheitern der Gespräche zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband. Wie der Verbund hessischer Ärztenetze, Hessenmed e. V., mitteilt haben mehr als 30 ärztliche Berufsverbände und Organisationen zu einem bundesweiten Aktionstag am Mittwoch, 10. Oktober 2012, aufgerufen. „Auch viele Hessenmed-Mitglieder werden sich an dem Aktionstag und an vielfältigen anderen Protestaktionen beteiligen“, so der Vorsitzende des Hessenmed-Vorstands, Dr. Jörg Simon (Fulda). Angesichts der Blockadehaltung der Krankenkassen sei nicht davon auszugehen, dass bei den Gesprächen im Erweiterten Bewertungsausschuss in Berlin am morgigen Dienstag ein akzeptables Ergebnis erzielt werde.

Honorarbeschluss berücksichtigt nicht die gestiegenen Praxiskosten
Die Mehrheit der rund 2.000 bei Hessenmed organisierten Ärzte hatte sich bereits Mitte September für vorübergehende Praxisschließungen ausgesprochen, sollten die Honorarverhandlungen scheitern. Zuvor waren die Ärzte im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss, in dem neben KBV- und Kassenvertretern auch Unabhängige sitzen, überstimmt worden. Die KBV hatte für die rund 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten 11 % Honorarerhöhung gefordert, die Kassen stimmten indes nur einer Anhebung von 0,9 Prozent zu. „Angesicht der Inflationsrate ist das keine Honorarerhöhung sondern bedeutet einen Einkommensverlust: Der Beschluss berücksichtigt in keiner Weise, dass die Praxiskosten seit der letzten Vereinbarung im Jahr 2008 drastisch gestiegen sind“, so Dr. Simon. Die große Wut der Ärzte resultiere auch aus dem Gebaren der Krankenkassen ihrem Berufsstand gegenüber, erklärt Dr. Simon: „Es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht eine Studie im Auftrag der Krankenkassen zu belegen versucht, dass Ärzte wahlweise korrupt und geldgierig seien oder schlampig arbeiten“, so der Diabetologe.

„Es geht um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung“
„Wir wollen den Honorarstreit nicht auf dem Rücken der Patienten austragen“, betont Dr. Lothar Born, Internist in Marburg und Mitglied im Hessenmed-Vorstand. Doch bei den Protesten gehe es letztlich um den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung der Patienten durch niedergelassene Ärzte – und damit um eine tragende Säule des Gesundheitssystems. Auch gehe es um die freie Arztwahl: „Die aktuelle Honorarpolitik der gesetzlichen Krankenkassen kann für viele niedergelassene Haus- und Fachärzte bedeuten, dass sie die ansteigenden Kosten für den Betrieb ihrer Praxen nicht mehr decken können. Wenn deshalb Praxen schließen müssen, bedeutet dies, dass Patienten mittelfristig eine medizinische Versorgung nur noch in Polikliniken und Klinikambulanzen erhalten – wohnortfern und mit anonymen, wechselnden, angestellten Ärzten“, so Hessenmed-Vorstand Dr. Stefan Pollmächer, Allgemeinmediziner und Psychotherapeut in Kassel.

„Kassenbürokratie verschlingt Zeit für Patienten“
Darüber hinaus kritisiert Hessenmed den hohen und oft überflüssigen Bürokratieaufwand, den die Krankenkassen verursachen: „Die Zeit, die für Formalitäten mit den Krankenkassen benötigt wird, fehlt zunehmend bei der Versorgung der Patienten“, so Hessenmed-Vorstandsmitglied Dr. Uwe Popert, Allgemeinmediziner in Kassel. Zu Recht hätten viele Berufsverbände und auch die KBV für die kommenden Wochen zu einem Boykott bürokratischer Aufgaben aufgerufen. „Viele Praxen werden formlose Anfragen nicht mehr schriftlich beantworten, in denen sich die Kassen etwa nach Reha-Maßnahmen oder Krankschreibungen erkundigen. Andere werden die Kassen auffordern, ihre Anfragen und Gesprächswünsche auf die Zeit vor acht Uhr morgens oder nach 20 Uhr abends zu beschränken, da sie die übrige Zeit des Tages für die Versorgung ihrer Patienten nutzen wollten“, so Dr. Popert. Ein weiteres Beispiel für von den Kassen verursachte Bürokratie sei die so genannte Praxisgebühr, eine Zuzahlung in Höhe von 10 Euro, die Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland seit 2004 bei Arzt- oder Psychotherapeutenbesuchen einmal im Quartal entrichten müssen. „Die Gebühr kommt den Krankenkassen zugute, deshalb ist die Bezeichnung Praxisgebühr irreführend“, so Dr. Popert, „die Praxen müssen diese Gebühr für die Kassen einziehen – und das zum Nulltarif“.

Über Hessenmed e.V.:
Im Februar 2009 gegründet vertritt Hessenmed e. V. gemeinsame Interessen lokaler und regionaler Ärztenetze in Hessen. Ziel des Verbandes, dem landesweit 22 Netze mit rund 2.000 Mitgliedern angehören, ist es unter anderem, die regionale Patientenversorgung zu verbessern. So engagiert sich Hessenmed für den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung. Weitere Informationen: www.hessenmed.de

Hinweis für die Medien:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Gabriele Bleul, Tel.: (0661) – 24 27 77 – 0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

09. 10. 12
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Warum wir Ärzte gegen die aktuelle Honorarpolitik protestieren

  • 0,9 % Honorarerhöhung bedeuten angesichts der Inflationsrate Minusrunde
  • steigende Arbeitsbelastung durch Bürokratie der Krankenkassen
  • Protesttag am 10.10 2012 – wenn die morgigen Verhandlungen scheitern

Kassel, 8.10.2012. Am Dienstag verhandeln KBV und Kassenfunktionäre im Bewertungsausschuss erneut über die Honorare der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten für 2013. Die Berufsverbände haben bereits verschärfte Proteste und Praxisschließungen angekündigt, sollte die neue Verhandlungsrunde erfolglos bleiben. In diesem Fall werden am Mittwoch, 10. Oktober, auch in Kassel viele Arztpraxen lediglich mit der dort praktizierenden Ärztin oder dem Arzt besetzt sein – oder ganz geschlossen haben. Die medizinischen Fachangestellten (MFA) protestieren stattdessen zwischen 11.00 und 13.00 Uhr vor der Filiale der AOK, Friedrichsplatz 14, in Kassel.
Denn bei der aktuellen Diskussion um die Vergütung der rund 150.000 Ärzte sind auch 560.000 medizinische Fachangestellte betroffen: „Wenn es bei den 0,9 Prozent Honorarerhöhung bleiben, die die Krankenkassen angeboten haben, kann dies unter anderem bedeuten, dass viele niedergelassene Haus- und Fachärzte die steigenden Kosten für den Betrieb ihrer Praxen nicht mehr decken können“, so Dr. Stefan Pollmächer, Arzt für Allgemeinmedizin, Psychotherapeut und Vorstand der Ärzte- und Psychotherapeutengenossenschaft DOXS eG.
Wenn deshalb Praxen schließen müssten, erhielten Patienten langfristig eine medizinische Versorgung nur noch in Polikliniken und Klinikambulanzen – wohnortfern und mit anonymen, wechselnden, angestellten Ärzten, erklärt Dr. Pollmächer. „Wir sind jedoch davon überzeugt sind, dass die wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung durch niedergelassene Ärzte eine tragende Säule des Gesundheitssystems ist, die zum Wohle der Patienten erhalten bleiben muss. Deshalb protestieren wir gegen den aktuellen Honorarbeschluss“, so der DOXS-Vorstand. Die bisher angebotene Honorarerhöhung berücksichtige in keiner Weise, dass die Praxiskosten seit der letzten Vereinbarung im Jahr 2008 drastisch gestiegen seien.

Sollte es bei den in Aussicht gestellten 0,9 Prozent bleiben, bedeute dies unter Umständen weniger Personal, dadurch schlechterer Service und längere Wartezeiten. Auch könnten wichtige Praxisausstattungen nicht erneuert und müssten notwendige Investitionen verschoben werden. Nicht zuletzt bleibe nicht genügend Zeit für den einzelnen Patienten. „Schon jetzt geht viel zu viel Zeit für den hohen und oft überflüssigen Bürokratieaufwand verloren, den die Krankenkassen verursachen“, so Dr. Pollmächer. Die Zeit, die für Formalitäten mit den Krankenkassen benötigt werde, fehle zunehmend bei der Versorgung der Patienten, „auch dagegen richtet sich unser Protest“.

Aktionstag „Praxis ohne Mitarbeiter“
Am Mittwoch, dem 10. 10. werden sich die Patienten auf längere Wartezeiten bei ihrem Arzt/ihrer Ärztin einstellen müssen, da diese/r sämtliche Tätigkeiten in der Praxis alleine übernimmt. Andere Praxen werden ganz geschlossen sein. Die gesetzlichen Krankenkassen verbreiten in der Öffentlichkeit das Bild des überbezahlten Arztes und blenden dabei bewusst aus, dass selbständige Ärztinnen und Ärzte auch verantwortlich für die Arbeitsplätze von vielen – hauptsächlich weiblichen - Mitarbeitern sind. Wie eine Arztpraxis dann ohne qualifizierte Mitarbeiter funktioniert, davon können Sie sich selber vor Ort überzeugen.

Hinweis für Medienvertreter:
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Dr. Stefan Pollmächer,
Facharzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapeut in Kassel,
Vorstand DOXS eG, Tel.: 0160 – 47 36 96 8.

07. 09. 12
posted by: Simone Naumann
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Hessenmed: „Honorarbeschluss ist skandalös“

•  0,9 % Honorarerhöhung bedeuten angesichts der Inflationsrate Minusrunde
•  steigende Arbeitsbelastung durch Bürokratie der Krankenkassen
•  Mehrheit der 2.000 Hessenmed-Mitglieder für Protestmaßnahmen

FULDA, 17.9.2012. Die Mehrheit der rund 2.000 bei Hessenmed organisierten Ärzte hat sich in einer Mitgliederbefragung für vorübergehende Praxisschließungen ausgesprochen. Wie der Vorsitzende des Verbandes hessischer Ärztenetze, Dr. Jörg Simon, am Montag mitteilte, sind Praxisschließungen auch angesichts der aktuellen Entwicklungen in den nächsten Wochen nicht ausgeschlossen. Die große Wut der Ärzte resultiert auch aus dem Gebaren der Krankenkassen ihrem Berufsstand gegenüber. Es vergehe kaum ein Monat, in dem nicht eine Studie im Auftrag der Krankenkassen zu belegen versuche, dass Ärzte wahlweise korrupt und geldgierig seien oder schlampig arbeiteten.

Anlass für die Proteste: Die Ärzte waren mit ihren Honorarforderungen für 2013 gescheitert. Im sogenannten Erweiterten Bewertungsausschuss, in dem neben KBV- und Kassenvertretern auch Unabhängige sitzen, waren die Ärzte überstimmt worden. Die KBV hatte für die rund 150.000 Kassenärzte und Psychotherapeuten 11 % Honorarerhöhung gefordert. Es wäre die erste Honorarerhöhung seit vier Jahren gewesen; die Kassen stimmten indes nur einer Anhebung von 0,9 Prozent zu.

„Angesicht der Inflationsrate ist das eine Minusrunde: Der Beschluss berücksichtigt in keiner Weise, dass die Praxiskosten seit der letzten Vereinbarung im Jahr 2008 drastisch gestiegen sind“, so Dr. Simon. „Die Kassen sitzen auf insgesamt 22 Milliarden Euro und fordern eine Verringerung der Honorare – das hat bei den Ärzten das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagt Dr. Simon, der auch Mitglied der Ärztegenossenschaft Gesundheitsnetz Osthessen eG ist.

„An den Grenzen der Leistungsfähigkeit“

Darüber hinaus kritisiert Hessenmed den hohen und laut Simon oft überflüssigen Bürokratieaufwand. „Die Zeit, die für Formalitäten mit den Krankenkassen benötigt wird, fehlt zunehmend bei der Versorgung der Patienten“, so Dr. Stefan Pollmächer, Mitglied des Hessenmed-Vorstands. So sei in den kommenden vier Wochen ein Boykott bürokratischer  Aufgaben denkbar, so der Allgemeinmediziner aus Kassel, der auch der Ärztegenossenschaft DOXS eG angehört. „Wir sind an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit und wir sehen uns auch aus Kreisen der Patientenvertreter unterstützt “, betonen Dr. Pollmächer und Dr. Simon.

Über Hessenmed e.V.:
Im Februar 2009 gegründet, vertritt Hessenmed e. V. gemeinsame Interessen lokaler und regionaler Ärztenetze in Hessen. Ziel des Verbandes, dem landesweit 22 Netze mit rund 2.000 Mitgliedern angehören, ist es unter anderem, die regionale Patientenversorgung zu verbessern. So engagiert sich Hessenmed für den Erhalt der wohnortnahen ambulanten medizinischen Versorgung.
Weitere Informationen: www.hessenmed.de

Hinweis für die Medien:
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Gabriele Bleul, Tel.: (0661) – 24 27 77 – 0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hessenmed e. V.
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Gerloser Weg 20
36039 Fulda
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Geschäftsführung: Frau Gabriele Bleul, Diplom Betriebswirtin
Vorstandsvorsitzender: Dr. Jörg Simon
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